Ein Blick ins Schmuckkästchen - Kunstforum Hermann Stenner

Ein Blick ins Schmuckkästchen - Kunstforum Hermann Stenner

Eine Preview auf ein noch nicht eröffnetes Museum – das dürfte selbst für die Nachtansichten mit ihren außergewöhnlichen Aktionen etwas Besonderes sein. Doch genau dieses Erlebnis erwartet die Besucher im zukünftigen Museumsdreieck aus Kunsthalle, Museum Waldhof und dem noch im Bau befindlichen Kunstforum Hermann Stenner.

„Es ist ein Muss, dass wir dabei sind“, unterstreicht Dr. Werner Efing. „Der Skulpturengarten der Kunsthalle ist ja fast das Epizentrum der Nachtansichten, und Ratsgymnasium und Kunsthalle werden intensiv bespielt. Da darf unser Schmuckkästchen nicht fehlen.“ Der Kaufmännische Geschäftsführer des Kunstforum Hermann Stenner ist schon lange ein großer Freund der Entdeckungstour durch die Kulturszene. „Ich habe mindestens ein Dutzend Nachtansichten mal bei gutem, mal bei schlechtem Wetter besucht und erlebt, wie die Veranstaltung immer größer und attraktiver geworden ist. “Für Kunsthistorikerin Anna Maria Katz wird es dagegen eine Premiere, da sie erst seit letztem Juli in Bielefeld ist. „Umso mehr freue ich mich auf eines der größten Kulturevents der Stadt“, so die Kuratorin. Und gerade weil die beiden noch keinen Eröff nungstermin des Museums nennen können, ist es ihnen wichtig, das Interesse zu erhalten. „Wir wollen noch neugieriger machen auf das Haus“, so Anna Maria Katz. Obwohl die Planung für das Nachtansichten-Programm bei Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen war, steht eines fest: Im Mittelpunkt werden Leben und Werk Hermann Stenners stehen. Schließlich bilden seine Werke einen großen Teil der Sammlung von Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte, die wiederum Basis der Ausstellungstätigkeit im Kunstforum Hermann Stenner sein wird. „Für mich ist Stenner einer der wichtigsten Protagonisten der künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts“, sagt Anna Maria Katz über den 1891 in Bielefeld geborenen Künstler. „Was ihn besonders auszeichnet: die Dynamik, der Umgang mit Farbe, die er von Anfang an durch all seine künstlerischen Phasen beherrscht hat. Das fasziniert mich immer wieder, wenn ich ein Original sehe.“ Auf eben diese Originale werden die Nachtschwärmer zwar noch verzichten müssen, dafür erwartet sie aber ein erster Einblick in den klassizistischen Bau. „Aus Brandschutzgründen können wir aber nur eine begrenzte Zahl von Besuchern in den Empfangsbereich einlassen“, schränkt Dr. Werner Efi ng ein. „Dort können sie einen Eindruck von der späteren Schönheit des Gebäudes mitnehmen.“ Programm gibt es aber auch im Außenbereich, unterstützt durch den Freundeskreis Hermann Stenner. Dort können alle Interessierten bei einem „Meet and Greet“ mit Projektbeteiligten ins Gespräch kommen. Neben der Kuratorin und dem Geschäftsführer selbst werden voraussichtlich das Sammler-Ehepaar Bunte, Mitglieder des Freundeskreises Hermann Stenner sowie der Bauleitung und Ansprechpartner aus dem Hause Goldbeck dabei sein. Außerdem ist eine Illumination der denkmalgeschützten Fassade des klassizistischen Baus geplant. „Die wird gerade entwickelt und wir sind selbst noch ganz gespannt“, lacht Dr. Werner Efing. „Aber wir sind optimistisch, dass wir das Tüpfelchen auf das i der Nachtansichten setzen können."

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