Erinnerung an Hermann Stenner

Erinnerung an Hermann Stenner

"Erinnerung an Hermann Stenner"
Am 12. März 2016 jährt sich der Geburtstag des expressionistischen Künstlers zum 125. Mal
Text: Beate Pittnauer
Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster erinnert an den 125. Geburtstag des allzu früh verstorbenen Bielefelder Malers Hermann Stenner. In der Dependance, dem Museum Kloster Bentlage, ist dem ostwestfälischen Expressionisten eigens ein Künstler-Raum eingerichtet.

Bereits wenige Monate nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges fiel Hermann Stenner an der Westfront im Alter von nur 23 Jahren, jünger noch als seine expressionistischen Zeitgenossen August Macke, Wilhelm Morgner, Franz Marc. Der frühe Kriegstod setzte einer kurzen, jedoch intensiven malerischen Auseinandersetzung mit den avantgardistischen Tendenzen der Abstraktion ein jähes Ende. Von impressionistischen Anfängen führte sein Malstil in nur fünfjähriger Studien- und Schaffenszeit hin zu herausragenden Bildern des deutschen Expressionismus. Stenners Œuvre umfasst annähernd 300 Gemälde und mehr als 1.500 Arbeiten auf Papier, darunter Aquarelle, Zeichnungen und druckgrafische Blätter.
Als eines der letzten Werke entstand im Juni 1914 das Gemälde „Der weiße Knabe“. Dieses als Selbstbildnis gedeutete Bildwerk zeigt den jungen Maler als hoch stilisierte, arabesk geschwungene Figur. Spannungsvoll hebt sich dabei der liegende, klar konturierte Körper des Knaben vor einem undefinierten Farb- und Formraum ab. Das vor dem blau-dunklen Fond gesetzte, hervorleuchtende Weiß der Bildgestalt hebt diese in die Welt des Erscheinungshaften.

Dieses herausragende Selbstbildnis Stenners ist neben weiteren Bildnissen als Dauerleihgabe im Museum Kloster Bentlage ausgestellt. Hervorzuheben ist daneben das Portrait seines Malerkollegen Johannes Itten (1913/ 1914), mit dem ihn aus der gemeinsamen Stuttgarter Akademiezeit eine enge Freundschaft verband. Weiterer Höhepunkt seiner expressionistischen Arbeiten ist das Gemälde „Masken“ (1913), das aufgrund der gewählten Motivik und dem freien, vom Gegenstand gelösten Umgang mit Farbe an Emil Noldes „Maskenstillleben“ aus dem Jahr 1911 denken lässt. Diese nur zwei Jahre zuvor entstandenen Gemälde, welche Stenner auf der „Kölner Sonderbundausstellung“ (1912) sah, waren malerische Anregung für dessen ganz eigene Bilderfindung.

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