Menschenbilder im Expressionismus

Menschenbilder im Expressionismus

Kaum eine andere Kunstrichtung hat sich intensiver mit dem Menschen und seiner Existenz auseinandergesetzt als der Expressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stand dabei, jenseits von Äußerlichkeiten die innere Wirklichkeit der Menschen, ihre existentiellen Erfahrungen, Gefühle und Regungen, zum Ausdruck zu bringen. Immer wieder wurden der Genuss, das Empfinden und schließlich auch das Aufbegehren der Menschen zum Thema der künstlerischen Arbeiten.

Diese Facetten des expressionistischen Menschenbildes – Genuss. Empfindung. Aufbegehren – durchziehen alle Abteilungen der präsentierten Werke: Selbstporträts der Künstler, das Gesicht und der Körper des Anderen der städtische Lebensraum – mal genossen in Kabarett- und Zirkusszenen, mal kritisiert und abgelehnt in Kaschemmen und Nachtbars, und die Natur (z. B. Badende).

Eine kritische Perspektive auf die menschlichen Lebensverhältnisse bieten insbesondere die Werke, die religiöse Fragen, Krieg, Leid und Angst in den Mittelpunkt stellen. Vor allem die Erfahrungen im Ersten Weltkrieg schlugen sich in vielen künstlerischen Arbeiten als Protest nieder.

Sequenzen aus zeitgenössischen Gedichten erweitern schließlich den Zugang zum besonderen Fühlen und Denken im Expressionismus. Beim Ausdruck innerer Wahrheit suchten die Expressionisten nach gänzlich neuen Gestaltungsmöglichkeiten und gelangten dabei zu reduzierten, überspitzten und verzerrten Darstellungsformen; sie lösten sich außerdem zunehmend von der Motivfarbe und betonten den Eigenwert der Farbe.

Zu sehen sind mehr als 100 Werke – Gemälde, Arbeiten auf Papier, Druckgrafiken, Plastiken und Skulpturen –, die in erster Linie aus der Sammlung des Gustav-Lübcke-Museums stammen. Der umfangreiche Eigenbestand ist durch einzelne Leihgaben aus renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen und Galerien ergänzt worden. Die Besucher treffen auf namhafte Repräsentanten des Expressionismus, wie Alexej von Jawlensky, August Macke, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein, Christian Rohlfs oder auch Karl Schmidt-Rottluff. Ihnen begegnen aber auch Künstler aus der zweiten Reihe, die es wert sind, wieder entdeckt zu werden, wie beispielsweise Willi Geiger, Adolf de Haer und Heinrich Schelhasse.

Die Ausstellung wird freundlich unterstützt von der LWL Kulturstiftung, Privatsponsoren und dem Museumsverein Hamm e.V.

www.hamm.de

Eintrittspreise:
Erwachsene: 5,00 Euro
Ermäßigte: 3,00 Euro
Familienkarte: 11,00 Euro