Neue Heimat für Morellet-Werk in Sicht

Neue Heimat für Morellet-Werk in Sicht

Skulptur: Das Kunstwerk vor der alten Fachhochschule verkommt zusehends. Kunsthallen-Direktor Friedrich Meschede möchte das „Sphärische Raster“ in der Nähe des neuen Stenner-Forums aufstellen lassen. Das Land müsste es der Stadt aber als Schenkung übertragen. Die Sanierung kostet 100.000 Euro

Bielefeld. Seit Jahren verkommt die Morellet-Skulptur vor der alten, seit dem Jahr 2015 leerstehenden Fachhochschule an der Kurt-Schumacher-Straße. Jetzt könnte es eine Lösung für das Kunstwerk mit dem Titel „Sphère Trames“ (Sphärisches Raster) geben. Kunsthallen-Direktor Friedrich Meschede würde das Werk gerne im Skulpturenpark der Kunsthalle aufstellen lassen.

„Wir wollen den Park in Richtung des neuen Stenner-Museums verlängern. Eben dort in Höhe des neuen Anbaus an das geplante Stenner Forum könnte das Kunstwerk dann seinen Platz erhalten“, betont Meschede und sagt: „Es hat einen neuen musealen Standort verdient, gehört es doch zu den drei herausragenden Kunstwerken am Bau in dieser Stadt.“ Für Meschede korrespondiert das „Sphärische Raster“ aufs Schönste mit dem „Spiral Pavillon“ von Olafur Eliasson am Eingang des Skulpturenparks. „Es wäre auch daher ein Gewinn für das Areal“, so Meschede.

"Wir dürfen nicht auf den Kosten sitzen bleiben"
Vom Aufsichtsrat der Kunsthalle gibt es bereits grünes Licht für das Vorhaben. Auf seine Anregung hin habe das Gremium den Beschluss gefasst, die Arbeit im Skulpturenpark aufstellen zu lassen, sagt Meschede. „Wir dürfen nur nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Es müsste uns daher als Schenkung übertragen werden“, so der Kunsthallen-Chef, der davon ausgeht, dass das Kunstwerk, das aus einem feinen Gitterwerk besteht, „völlig neu aufgebaut werden muss“. „Es hat in den vergangenen Jahren extrem gelitten und ist in in keinem guten Zustand. Derzeit wuchern Büsche und kleine Bäume durch das Gitter, zahlreiche Streben sind lose. Um weiteren Schäden durch Vandalismus und herumturnende Kinder zu verhindern, ist das Werk seit einem Jahr eingezäunt.

Laut Andreas Beaugrand, würde die Aufarbeitung der Skulptur rund 100.000 Euro kosten. Beaugrand, Professor an der Fachhochschule und Vorsitzender des Oerlinghauser Kunstvereins, setzt sich, wie bereits mehrfach berichtet, seit vielen Jahren für den Erhalt der Skulptur und deren Aufstellung an einen neuen Standort ein. Auch an das Land NRW hat er sich bereits gewandt – bisher ohne Erfolg. Gemeinsam mit Meschede spricht er sich nun für den Standort Skulpturenpark aus und hofft, dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Bielefeld (BLB) nun aktiv wird „und sich endlich bewegt“.

Wie bereits berichtet befindet sich die Skulptur, die 1974 vor der FH aufgestellt wurde, in Landesbesitz und wird vom BLB verwaltet. Der hatte vor zwei Jahren betont, „dass Kunstwerk im Blick, aber keine Mittel für dessen Sanierung zur Verfügung zu haben.“ Seitdem ist bis auf die erwähnte Einzäunung nichts weiter passiert. Eine Stellungnahme des BLB ist angefragt.

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