Der Maler Hermann Stenner
Letzte Aktualisierung: Dienstag, 04.10.2016 10:33
Nach nur knapp fünf Studien- und Schaffensjahren hinterlässt Stenner ein umfangreiches Werk von fast 300 Gemälden, über 1.500 Aquarellen und Zeichnungen und einigen druckgraphischen Arbeiten. Die künstlerische Qualität ist durchweg beeindruckend.

Hermann Stenner gehört zu den herausragenden Talenten der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. In einem knappen halben Jahrzehnt vollzieht sich in seiner Arbeit eine rasante Entwicklung, die die maßgeblichen Positionen der Moderne von einem späten Impressionismus (beispielhaft in
Kaffegarten am Ammersee) über einen Expressionismus mit starker

 

 

Farbigkeit und betonter Formgebung (Sitzender Akt, Bildnis Itten und Dame mit Masken) bis zu einem stark abstrahierenden Bildaufbau der letzten Bilder (Monschau, Der weiße Knabe, Auferstehung, Meersburg) durchläuft. Stenner bewahrt dabei stets seine künstlerische Autonomie und eigene Koloristik.

Die Entwicklung zeigt ihn 1914 auf der Höhe der künstlerischen Avantgarde der Zeit. Der frühe Kriegstod des jungen Künstlers macht die reife Entfaltung seiner Arbeit zunichte. Dennoch ist die überregionale Geltung des "ostwestfälischen Expressionisten" Hermann Stenner heute kunsthistorisch unbestritte
n.

Dr. Jutta Hülsewig-Johnen,
Kunsthalle Bielefeld